Rückgang in bisherigen Wachstumsfeldern
Grund für die Verschlechterung fast aller Konjunkturindikatoren ist unter anderem, dass der Neubau-Bereich sich nur langsam erholt. Auch das Geschäftsfeld der Erneuerbaren Energien schwächelt. Die fehlende klare Handschrift in der deutschen Energiepolitik verunsichert Investoren in wichtigen Geschäftsfeldern für das E-Handwerk.
Geschäftsklimaindex sinkt erneut
Die unter bundesweit knapp 1.650 E-Betrieben durchgeführte Umfrage macht deutlich: Die aktuelle Geschäftslage wird etwas schlechter beurteilt als noch im Herbst 2025. Gaben damals noch 47,5 Prozent der Umfrageteilnehmer an, die Geschäftslage sei gut, sind es jetzt nur noch 44,9 Prozent. Gleichzeitig bewerten nun 13,7 Prozent ihre Situation als schlecht (Herbst 2025: 10,0 %). Der Geschäftsklimaindex verdeutlicht diesen Stimmungsabschwung: Er sank von 68,8 Punkten im Herbst 2025 auf 65,6 Punkte. Es ist der tiefste Stand einer regulären Konjunkturerhebung seit über 15 Jahren, nur in der Frühphase der Corona-Pandemie war er niedriger.
Auf lange Sicht weniger Aufträge
Auch die Auftragspolster schmelzen langsam ab und die Spreizung zwischen Betrieben mit weiterhin hohem und niedrigem Vorlauf nimmt zu. So verfügen aktuell 13,7 Prozent der Umfrageteilnehmer über Aufträge von bis zu 14 Tagen (Herbst 2025: 11,9 %) und 21,3 Prozent über einen Auftragsvorlauf von zwei bis vier Wochen (Herbst 2025: 18,7 %).
Eine Erklärung für die mehrheitlichen Rückgänge bei den Auftragsvorläufen könnte sein, dass die Nachfrage in wichtigen Segmenten abgenommen hat. So sind die Umsatzanteile in den Geschäftsfeldern „Neubau“ (Frühjahr 2026: 11,9 %; Herbst 2025: 12,3 %), „Sanierung“ (Frühjahr 2026: 20,6 %; Herbst 2025: 21,1 %) und „Erneuerbare Energien“ (Frühjahr 2026: 6,8 %; Herbst 2025: 7,3 %) gesunken.
Weniger offene Stellen, weniger Beschäftigte
Die zunehmende Unsicherheit in den Betrieben schlägt sich auch auf die Zahl der offenen Stellen nieder. Wie schon im Herbst, als 46,5 Prozent der Befragten offene Stellen meldeten, liegt die Einstellungsbereitschaft trotz absehbar anhaltend hohem Fachkräftebedarf mit 46,0 Prozent erneut unter der 50-Prozent-Marke. Gleichzeitig weisen die Zahlen auf eine negative Beschäftigungsentwicklung hin. Einen Anstieg bei den Mitarbeitenden verzeichneten im letzten halben Jahr nur noch 14,0 Prozent (Herbst 2025: 17,4 %), bei 19,2 Prozent sank die Zahl hingegen (Herbst 2025: 20,3 %).
Zukünftige Geschäftslage: hohe Dynamik
Was die Einschätzung der zukünftigen Wirtschaftslage angeht, zeigen sich die Umfrageteilnehmenden ebenfalls zurückhaltender. Zwar erwarten 17,1 Prozent der Betriebe in den nächsten sechs Monaten eine Verbesserung der Geschäftslage (Herbst 2025: 14,4 %). Gleichzeitig geht jedoch ein höherer Anteil der Betriebe, nämlich 22,2 Prozent (Herbst 2025: 21,9 %), von einer Verschlechterung der Geschäftslage aus.
