Wie das Modell funktioniert, welche Rolle die Betriebe konkret einnehmen und welche Anforderungen sie erfüllen müssen, erläutert Dr. Axel Metz, Produktmanager bei den Hamburger Energiewerken, im Interview mit dem NFE.
Herr Metz, die Hamburger Energiewerke wollen künftig Privatkunden nicht nur mit Strom und Wärme versorgen, sondern bieten nun auch eigene Wärmepumpen- und Solarlösungen. Wie soll dieses Angebot umgesetzt werden?
Dr. Axel Metz, Hamburger Energiewerke: Für Privatkunden bieten wir aktuell ein Rundum-sorglos-Paket für Wärmepumpen und Solarlösungen in Hamburg in Zusammenarbeit mit regionalen Installationspartnern an.
Wie ist die Kooperation mit Partnerbetrieben geplant?
Dr. Axel Metz: Die Hamburger Energiewerke sind die zentrale Schnittstelle zum Kunden und übernehmen Vertrieb und Marketing inklusive Kundenkommunikation sowie eine umfangreiche Betreuung. Dies beinhaltet die Aufnahme der Kunden- und Objektdaten, eine Leadvorqualifizierung sowie die Erstellung von Kundenangebot und -rechnung im Rahmen eines voll digitalisierten Prozesses.
Handwerksbetriebe werden in der Regel direkt von Privatkunden beauftragt. Welche Rolle nehmen die Hamburger Energiewerke in Ihrem Modell zwischen ausführendem Betrieb und Kunde ein?
Dr. Axel Metz: Die Hamburger Energiewerke qualifizieren die Leads vor und übergeben diese an die Installationspartner zur Durchführung eines Vor-Ort-Termins (Aufmaß), der Erstellung eines verbindlichen Ausführungsangebots und im Falle der Beauftragung der Installation und Kundeneinweisung.
Wie läuft die Zusammenarbeit zwischen Betrieben und Hamburger Energiewerken innerhalb eines konkreten Projekts ab?
Dr. Axel Metz: Die Zusammenarbeit ist klar strukturiert: Der Erstkontakt läuft über die Website der Hamburger Energiewerke. Wir prüfen die Anfrage vor und erstellen ein unverbindliches Angebot.
Anschließend übernimmt der Installationspartner den Vor-Ort-Termin und das Aufmaß. Auf dieser Basis erstellen wir das verbindliche Kundenangebot und begleiten im Fall von Wärmepumpensystemen den gesamten Fördermittelprozess. Die Installation und die Einweisung der Kundinnen und Kunden erfolgen durch den Partnerbetrieb.
Privatkunden sind ein diverses Feld und können vom Einfamilienhaus bis zur Neubausiedlung reichen. Von welchen Auftragsgrößen sprechen wir?
Dr. Axel Metz: Unser Hauptkundensegment sind Eigentümer von Einfamilien-, Doppel- oder Reihenhäusern. Typische Anlagengrößen liegen im PV-Bereich von fünf Kilowattpeak (kWp) bis 30 kWp und bei der Wärmepumpe von fünf Kilowatt bis 20 Kilowatt. Hierbei setzen wir durchweg auf Qualitätsprodukte mit höchster Energieeffizienz und langlebigen Komponenten.
Welche Plattformen nutzen Sie für die Ausschreibungen?
Dr. Axel Metz: Wir nutzen das Deutsche Vergabeportal (DTVP).
Ausschreibungen sind oft komplex und zeitaufwändig. Kleinere und mittlere Betriebe haben dafür nicht zwangsläufig die Kapazitäten. Welche Möglichkeiten und Chancen haben diese, sich zu bewerben?
Dr. Axel Metz: Für das Privatkundensegment schreiben wir in der Regel Rahmenverträge über mindestens 12 Monate aus. Wir sind an einer langfristigen Zusammenarbeit mit hochqualifizierten regionalen Handwerksbetrieben interessiert.
Wie können solche Ausschreibungen für Privatkundenaufträge aussehen? Welche Voraussetzungen müssen Betriebe erfüllen, um sich darauf bewerben zu können?
Dr. Axel Metz: Unsere Ausschreibungen für Privatkundenaufträge definieren klare Qualitäts-, Leistungs- und Kapazitätsanforderungen. Voraussetzung ist, dass die Betriebe über entsprechend qualifizierte Fachkräfte verfügen, nachweisbare Erfahrung in der Installation von Wärmepumpen oder vergleichbaren Systemen haben und die einschlägigen technischen sowie rechtlichen Standards erfüllen.
Wichtig ist außerdem, dass die Unternehmen die Leistungen vollständig aus eigener Hand erbringen können, über ausreichende personelle Ressourcen verfügen und eine termingerechte Umsetzung sicherstellen. Transparente Beratung, saubere Dokumentation und ein verbindlicher Kundenservice gehören ebenfalls zu unseren Anforderungen.
Jetzt online informieren:
Nähere Informationen zu aktuellen Ausschreibungen, erforderlichen Leistungen und Fristen finden interessierte E-Betriebe auf der Website des Deutschen Vergabeportals (DTVP).
